Fotoworkshop für junge Leute 10./11.09.2015

Kinder- und Jugendtrauer Ludwigsburg

„Ein Bild für Dich“ war das Motto des Workshops der Jugendtrauergruppe am letzten Ferienwochenende. 7 Jugendliche haben zusammen mit der Fotografin Angelika Kamlage, Michael Friedmann und Nicola Rupps vom Kinder- und Jugendhospizdienst zwei intensive Tage mit Fotografie, Techniken, Bildbearbeitung, Essen, Lachen und Gesprächen verbracht. Ziel war es, Fotos zu erstellen, die die Jugendlichen mit einem Verstorbenen aus ihrer Familie in Verbindung bringen. Alle Jugendlichen haben in der letzten Zeit einen lieben Menschen aus ihrem nahen Umfeld verloren.

Nach einem kurzen Kennenlernen folgte ein Exkurs im Bereich Fotografietechnik und danach die Aufgabe für die Jugendlichen, „2“ zu fotografieren – es konnte die Zahl 2 sein aber auch Dinge, die zusammengehören wie Schuhe oder Gegensatzpaare, wie heiß und kalt. Nach einer kurzen Stärkung mit Butterbrezeln und Kuchen durften die Jugendlichen „ein Gefühl“ fotografieren und so einen Raum oder einen Gegenstand zu gestalten, dass das Bild behaglich wirkt, fröhlich oder bedrohlich. Angelika Kamlage hat die Jugendlichen dabei professionell unterstützt.

Nach der Produktion wurden die Fotos groß ausgedruckt und auf einer quer durch alle Räume gespannten Wäscheleine aufgehängt. Jeder durfte seine Gedanken zu den Bildern aufschreiben und mit den anderen teilen. Wie im Flug verging der erste Tag. Zufriedenheit und Stolz spiegelten sich am Ende des ersten Tages in den Gesichtern der Jugendlichen.

Am nächsten Morgen ging es nach schnellem Frühstück und Auflockerungsspielen dann sofort weiter. Die Jugendlichen hatten Fotos der Verstorbenen und einen Gegenstand mitgebracht, der sie an ihren Familienangehörigen erinnert. Zuerst redeten sie in kleinen Gruppen über die Verstorbenen und zeigten sich gegenseitig die Bilder. Danach wurde in der gesamten Gruppe über die Verstorbenen gesprochen. Ein sehr bewegender Moment für alle und für die Jugendlichen die Gewissheit, dass sie mit ihrer Trauer nicht alleine sind. Anschließend hat jeder seinen Gegenstand vorgestellt und erklärt, was er für eine Bedeutung hat. Von der Wasserwaage über ein Modellfahrrad bis hin zu Taschenmesser, Kuscheltier und Brille war das Spektrum der Gegenstände sehr vielfältig.

Nach gemeinsamem Pizzabacken in der Mittagspause ging es weiter mit Fotografieren. Thema war nun, ein Fotomotiv zu finden oder zu kreieren, das man mit dem Verstorbenen in Verbindung bringt. Viele Jugendliche nutzten den Sonnenschein, um draußen zu fotografieren. Wieder waren die Betreuer Ansprechpartner für die Teilnehmer für Technik, Requisiten und Bildgestaltung.

Am Ende des Tages folgte die gemeinsame Präsentation der Fotos auf dem Beamer. Die bereits guten Fotos vom ersten Tag wurden am zweiten Tag in Wirkung und Eindringlichkeit nochmals klar getoppt. Viel Liebe zum Detail und intensive Gedanken zu den Verstorbenen wurden in den Aufnahmen auf besondere Weise visualisiert. So war der Workshop getragen vom großen Engagement der Jugendlichen und großartigen Motiven.

Beim letzten Workshoptag Anfang Oktober galt es nun nochmals eine Gesamtschau auf all die Bilder zu halten, die in während dem Workshop und der Zeit dazwischen entstanden sind. Motive voller Sensibilität und Tiefe, dem Blick fürs Detail und insbesondere mit viel Liebe und Verbindung zu den Verstorbenen wurden präsentiert und mit „Lichtpunkten“ von den anderen still kommentiert. Nun galt es eine Auswahl zu treffen für 1-2 Motive, die für einen am bedeutendsten sind und welche dann mit wenigen Worten selbst kommentiert oder überschrieben wurden. Auch dieser letzte Abend berührte nochmals sehr, dass es der Gruppe eine Freude sein wird, ihre je eigenen Bilder im Rahmen einer Ausstellung auch der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Nicola Rupps/Michael Friedmann

Galerie
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
Foto: Michael Friedmann
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